Vom Collegesportler zum Profi

Der Weg zum Profisportler ist kein einfacher. In den USA führt dieser oft über das College, denn mit seinem eigenen Wettkampfsystem bietet das College eine hervorragende und die fast einzige Möglichkeit dem leistungssportlichen Werdegang in den USA nachzugehen. Zudem rekrutieren die amerikanischen Profiligen (NBA, NFL, MLB,…) häufig ihre Nachwuchsspieler aus den College-Mannschaften. Ein Studium in den USA bietet Dir hinsichtlich Deiner Zukunft zwei Alternativen:
 
Auf der einen Seite kann sich die Tür zu einer möglichen Profikarriere für Dich öffnen, wenn Du das professionelle Umfeld und die optimalen Trainingsbedingungen der Universitäten sportlich für Dich nutzt und versuchst das Beste aus Dir herauszuholen. Andererseits bist Du durch die akademische Ausbildung abgesichert und kannst jederzeit auch in einer außersportlichen Karriere durchstarten.
Unter Studienbewerbung findest Du alles Wissenswerte zum Thema Bewerbungsverfahren, Kosten & Finanzierung und dem Leben an einem amerikanischen College.
 


Draft System


        (Quelle: BikeRide.com, www.bikeride.com)
Sollte der Weg in Richtung Profikarriere gehen, dann erfolgt der Einstieg in das amerikanische Profigeschäft über das Draft System. Beim sogenannten „Entry Draft“ (Nachwuchsrekrutierung) einigen sich die amerikanischen Proficlubs untereinander über die Rechte an talentierten und vielversprechenden Nachwuchsspielern. Dieses Verfahren wird von den amerikanischen Profisportligen NHL (Eishockey), NBA (Basketball), NFL (American Football), MLS (Fußball) oder MLB (Baseball) angewandt.
 
Das Draft-System funktioniert folgendermaßen:
„Talentscouts“ beobachten während einer gesamten Saison Spieler in Amerika und Europa. Nach Einschätzung der Scouts werden Listen von den talentiertesten Spielern erstellt, die den Profiteams als Empfehlung dienen. Da die amerikanische Profiliga kein Auf- und Absteigen impliziert, ergibt sich die Reihenfolge der Spielerwahl u.a. aus der Saisonplatzierung. Ebenso dürfen die Teams, die sich nicht für die Play-Offs qualifizieren konnten, vor den anderen Teams wählen. Um ein absichtlich schlechtes Abschneiden der Teams am Ende der Saison zu verhindern, wird die endgültige Reihenfolge durch eine gewichtete Auslosung (Draft Lottery) festgelegt. Die Teilnahmebedingungen für Spieler sind unterschiedlich ausgelegt. Für Spieler, die an dem NBA Draft teilnehmen wollen, gelten z.B. folgende Regeln:

  • Alle Spieler müssen bis zum Jahresende ihr 19. Lebensjahr erreicht haben
  • US-amerikanische Spieler müssen die High School seit einem Jahr verlassen haben.

Ist ein Spieler „gedraftet“ worden, besitzt der Club sämtliche Rechte an dem Spieler. Es ist nicht möglich, dass der Spieler ohne Zustimmung seines Teams für einen anderen Club aufläuft. Außerdem sind die Teams nicht verpflichtet, die rekrutierten Spieler auch tatsächlich bei den Meisterschaftsspielen einzusetzen.
Die Rekrutierung durch einen Proficlub ist jedoch der erste wichtige Schritt auf dem Weg zu einer professionellen Karriere.


When the dream came true…!

Auch wenn die Chancen in bestimmten Sportarten recht gering sind den Sprung in den Profisport zu schaffen – es gibt zahlreiche Sportler, die das Gegenteil bewiesen haben:

Als aktuellstes Beispiel ist hier Björn Werner zu nennen. Der 23-jährige deutsche Footballspieler wurde im April dieses Jahres (2013) von den Indianapolis Colts gedraftet. In der ersten Runde des NFL Draft wählten die Colts Werner als 24. Overallpick, für die er in der kommenden Saison spielen wird. Der Weg in seine Footballkarriere führte ihn über den Collegesport, wo er zuletzt als Defensive End der Florida State University spielte.
Einen interessanten Artikel über Björn Werner findet ihr hier: Tagesspiegel.

Elias Harris wurde beim diesjährigen NBA Draft zwar nicht von den Profiteams berücksichtigt, bekam aber in der NBA Summer League die Chance sich für einen langfristigen NBA-Vertrag zu empfehlen. Als ehemaliger Collegespieler der Gonzaga University konnte er sich dort auszeichnen und unterzeichnete im Juli einen Vertrag bei den Los Angeles Lakers.

Mit Dennis Schröder wurde ein weiterer deutscher Basketballspieler in die NBA gedraftet. Im Unterschied zu Harris und Werner hat Dennis Schröder jedoch nie für eine Universitätsmannschaft in den USA gespielt. Er hat sich durch seine herausragenden sportlichen Fähigkeiten empfohlen und den Sprung in die Profiliga in diesem Jahr geschafft. Schröder wurde von den Atlanta Hawks an 17. Stelle beim diesjährigen Draft gezogen.

Als weibliches Beispiel ist Abby Wambach aufzuführen. Wambach studierte und spielte an der University of Florida und gewann mit der Fußballmannschaft der Uni gleich in ihrer ersten College-Saison die Meisterschaft. 2002 wurde sie beim Draft von Washington Freedom gezogen und spielt derzeit bei dem Frauenproficlub Western New York Flash.

Dass man auch einen anderen Weg gehen kann, zeigt Henning Sauerbier. Den damaligen U17-Nationalspieler zog es 2010 ebenfalls in die USA. Doch er wollte dort nicht Fußballprofi werden, sondern zunächst an der Columbia University – Mitglied der Ivy League – studieren. Sauerbier nutzt die Chance an einer renommierten Universität zu studieren und nach Abschluss seines Studiums ein zweites Standbein zu haben, wenn der Traum von einer Profikarriere scheitert.

Was Henning dazu bewegt hat an einer amerikanischen Uni zu studieren und wie er seine Perspektiven für die Zukunft sieht, könnt ihr hier nachlesen: Aachener Nachrichten.


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